Kinder-Lippe

 Startseite

  Lippisch Platt

 
Lippische Städte

 Lippe-Atlas

 Schule in Lippe

 Arbeit in Lippe

 Lippische Sagen

 Unsere Heimat
 
ein altes Schulbuch

 Lippe-Links

 Schreib- und
 Leseecke


 Inhaltsübersicht

 
Newsletter/Kontakt

 
Impressum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Altsteinzeit

Ur- und frühgeschichtliche Besiedlung

Erstes Auftreten des Menschen

Die Altsteinzeit - Paläolithikum (100 000 - 8 000 v. Chr.) Karte, Abb. 2

 Die frühesten Abschnitte der Menschheitsgeschichte im Raum Lippe bezeugen unscheinbare Steingeräte, sogenannte Oberflächenfunde aus der mittleren Altsteinzeit (Mittelpaläolithikum), die vor etwa 100 000 Jahren von umherziehenden Jägern und Sammlern am Viethberg bei Detmold-Heidenoldendorf zurückgelassen wurden. Intensive Sammeltätigkeit eines an der Altsteinzeit interessierten Laien führten 1966 zur Entdeckung dieses Platzes. Mit geschulten Blicken konnten zwischen unzähligen heimischen Gesteinsbrocken und nordischem Geschiebe, darunter auch Flintmaterial in Knollenform, sorgfältig zugerichtete Schaber, Stichel, Spitzen, Kerne und Abschläge sowie das Bruchstück einer dicken Blattspitze aufgesammelt werden. Das Rohmaterial, das die paläolithischen Menschen hier verarbeiteten, bestand aus baltischem Feuerstein, der durch die nordischen Eismassen der Saale-Kaltzeit vor etwa 150-200 000 Jahren hierher transportiert wurde. Der Fundplatz, auf der nördlichen Muschelkalkkette des Teutoburger Waldes gelegen, scheint den Jägern als saisonaler Aufenthaltsort günstige Voraussetzungen geboten zu haben. Einerseits konnten sie dem Wild in Bachnähe nachstellen, andererseits die vermutlich reiche Flintlagerstätte für die Geräteherstellung ausbeuten. Wenige Einzelfunde, wie der am südlichen Ufer der Werre bei Detmold-Nienhagen in sogenannter "Levallois-Technik" bearbeitete Kernstein und eine beidseitig sorgfältig flächenretuschierte Blattspitze aus grauem Kieselschiefer, von einem nicht näher bekannten Fundort zwischen der Dörenschlucht und dem Ort Stapelage, Stadt Lage, sind ein weiterer Hinweis auf eine nur sporadische Anwesenheit eiszeitlicher Jäger. Das formvollendete Exemplar dieser Blattspitze legt zudem Zeugnis ab von der handwerklichen und künstlerischen Fähigkeit am Ende der Zeit der Neandertaler vor ca. 40 000 Jahren. Die Verwendung dieser Geräte ist bislang noch ungeklärt, sicher aber vielfältiger Art, etwa als Geschoßkopf in einem hölzernen Speer eingesetzt oder in einer Schäftung steckend als Schneidegerät
(Abb. 1).

 Erst im späten Jungpaläolithikum (ab der Allerödzeit um 10 000 bis zur Jüngeren Tundrenzeit um 9 000-8 000 v.Chr.) treten mehrere spezialisierte Jägergruppen, die bereits als Jagdwaffe Pfeil und Bogen benutzten, im Gebiet um den Teutoburger Wald auf. Sie lebten in einer mit Birken und Kiefern bewachsenen wildreichen Landschaft, in der sie bevorzugt Rastplätze im auslaufenden Bergland, auf Dünengelände und an Felswänden nutzten. Einer dieser Plätze, der einer spezialisierten Rentierjägergruppe der Ahrensburger Kultur zugeschrieben wird, wurde bei Grabungen an den Externsteinen, Stadt Horn-Bad Meinberg, 1934-35 zufällig entdeckt, enthielt aber außer charakteristischem Steingeräteinventar keinen Hinweis auf einen Lagerplatz. Reste einer vermutlichen Freilandstation der späten Altsteinzeit kamen 1990 beim Bau einer durch ein geplantes Industriegebiet verlegten Abwasserleitung auf einem Geländesporn nördlich der Werre im Ortsteil JerxenOrbke, Stadt Detmold, zum Vorschein. Bei einer anschließenden archäologischen Untersuchung konnten dann ca. 0,6-0,8 m unter der Geländeoberfläche zwei, bis auf einige Holzkohlen fundfreie Gruben und ein eng begrenzter, hervorragend erhaltener Schlagplatz ausgegraben werden.

 

 

Abb. 1 Beidseitig sorgfältig bearbeitete Blattspitze aus Kieseischiefer der mittleren Altsteinzeit. Gefunden im Gebiet Hörste-Stapelage, Stadt Lage.

Abb. 2 Verbreitungskarte mit Freilandstationen und Oberflächenfundplätzen des Eiszeitalters und der mittleren Steinzeit