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Wie Schule früher war

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Beschwerdeschreiben

Die gehorsamst unterzeichneten Lehrer in Heiligenkirchen, Berlebeck und Hiddesen erlauben sich, Hochfürstlichem Konsistorium folgendes vorzutragen:

 Im vorigen Sommer ist eine große Anzahl von Schulkindern auf den Rittergütern Hornoldendorf und Braunenbruch bei dem Verziehen der Zuckerrüben beschäftigt gewesen. Täglich wurden die Kinder mit einem Wagen des Mittags abgeholt und des Abends wieder damit zurückgebracht. Dies dauerte den ganzen Sommer hindurch bis in den Herbst hinein, da die Kinder nach dem Verziehen der Zuckerrüben mit andern landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt wurden, Während dieser ganzen Zeit wurden von den auf den Rittergütern beschäftigten Kindern soviel wie keine Schularbeiten geliefert, weil es ihnen an der nötigen Zeit zur Anfertigung derselben fehle; die Kinder auch, wenn sie des Abends in der elterlichen Wohnung ankamen, müde und abgemattet waren.

 Die Aufmerksamkeit litt sehr. Schon am Morgen dachten die Kinder an die Fahrt nach Braunenbruch bzw. Hornoldendorf und wellten mit ihren Gedanken nur selten in der Schule. Das Schlimmste )edoch war, daß die Kinder sich größtenteils den ganzen Nachmittag selbst überlassen waren, denn die wenigen Verwalter vermochten eine so große Kinderzahl (auf Hornoidendorf zeitweise über 90) nur ungenügend zu beaufsichtigen. Um diese traurigen Zustände für die Folge zu verhüten, wenden sich die unterzeichneten Lehrer an Hochfürstliches Konsistorium mit der Bitte: Hochfürstliches Konstistorium wollte veranlassen, dass Schulkinder nicht so lange Zeit (täglich von 1 bis 7 Uhr) in der Landwirtschaft beschäftigt werden. Gegen eine mäßige Beschäftigung, vielleicht täglich 3 Stunden, haben die Unterzeichneten nichts einzuwenden.

 Lehrer Deppe, Lehrer Schneidermann, Heiligenkirchen; Lehrer Finke, Berlebeck; Lehrer Deppe, Lehrer Dirks, Hiddesen.

Bericht vom 23. 2. 1898 über die übermäßige Beschäftigung von Schulkindern in der Landwirtschaft. StA Detm old, L 80 III Nr. 1975.