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Geschichte der Stadt Lage
Im Kreise der lippischen StÀdte und Gemeinden stellen Lage und seine Geschichte einen bemerkenswerten Sonderfall dar. Die Frage, wie aus dem
Kirchdorf ein "Flecken" und eine Stadt wurde, ist aus den Quellen unmittelbar nicht zu beantworten. Dieser historische Prozess ist vielmehr weitgehend nur aufgrund methodischer
Siedlungsforschung nachvollziehbar.
Der genaue Ursprung Lages ist bis heute nicht bekannt, allerdings berechtigen UrnengrÀber und Runenzeichen, die beim Bahnbau Lage - Lemgo (1897) und beim Bau
des alten GĂŒterbahnhofs (1874) gefunden wurden, zu der Annahme, dass schon vor rd. 4.000 Jahren Menschen in der Stein- und Bronzezeit hier gelebt haben.
Lage hieĂ ursprĂŒnglich âin der Lohgeâ. âLoh-Orteâ waren frĂŒher vom Walde umschlossene Siedlungen mit gröĂerer Lichtung, meist in der
NÀhe heiliger StÀtten. Dies könnte ein Hinweis auf die Johannissteine sein, denn die Johannis-BrÀuche haben sich bis heute aus der germanisch-mythologischen Kultur vererbt. Ein Bezug zur Marktkirche,
die Johannes dem TĂ€ufer geweiht ist, erscheint ebenfalls wahrscheinlich. Am Marktplatz in Lage gab es frĂŒher auch ein Johanniterhaus und der Ă€lteste Lagenser Jahrmarkt fand am Johannistag statt.
Der Bereich der heutigen Stadt Lage umfasst in etwa die alten Kirchspiele Lage, Stapelage und Heiden, die im Zeitraum zwischen 800 und 1000 entstanden sind. Das Kirchspiel Lage wird auf die Zeit um
900 zurĂŒckgefĂŒhrt. Lage als "Kirchdorf" war von Anfang an rĂ€umlicher, geistiger und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Hier im Tal der Werre kreuzten sich die TalstraĂen mit den aus den PĂ€ssen
des Teutoburger Waldes (Dörenschlucht, Stapelager Schlucht und Oerlinghauser Schlucht) herankommenden HeerstraĂen zum Ăbergang ĂŒber die Werre, um auf der anderen Fluss-Seite nach Norden (Porta
Westfalica) und Osten (Lemgo) wieder auseinander zu streben. Unter der Bezeichnung "Hellweg" wird immer wieder die alte HeerstraĂe der Römer unter Drusus erwĂ€hnt, die errichtet wurde, als
die Römer vom Rhein zur Weser (von der Dörenschlucht ĂŒber Lage nach Herford) aufbrachen.
An diesem freien Platz, dem heutigen Marktplatz, entstand die dem TĂ€ufer Johannes gewidmete
Marktkirche, deren Westturm aus dem 12. Jh. stammt. Die spÀtgotische Halle entstand gegen Ende des Mittelalters, als die Zahl der Siedler schnell zunahm und sich der Ort vom Kirchdorf zu einem
stĂ€dteĂ€hnlichen Flecken mit eigener Verwaltung entwickelte. 1231 umfasst âdat Kerkspel tho der Lohgeâ die Ortschaften Oberdissen (Ohrsen), Wissinctorp (Wissentrup), Stadenhusen, Otenhusen und
Potenhusen.
1390 wurde das Dorf âmit dem Zoll daselbstâ vom Landesherrn Graf Simon III. an eine reiche Lemgoer Kaufmannsfamilie verpfĂ€ndet. Der Pfandinhaber musste dafĂŒr dem Grafen Simon
III. ein Steinwerk errichten, welches diesem ein âHaus zu Schutz und Not sein sollteâ. Man vermutet, dass dieses Haus die Burg zu Lage gewesen sein soll, die auf Befehl des Bischofs von Paderborn in
der Eversteinschen Fehde 1409 niedergebrochen wurde. Ein weiterer Hinweis auf die alte Burg ergibt sich auch aus den alten Flurnamen und Ortsbezeichnungen âBurgkampâ, âSchlĂŒsselburgâ und
âBurgstraĂeâ.
Im 16. Jh. vollzog sich die Entwicklung vom Dorf zu einem âfreyen Weichbildâ mit Marktflecken. WĂ€hrend 1533 noch vom âDorpeâ Lage die Rede ist, legt des âfreye
Weichbildâ von 1559 schon Wert auf die Anerkennung seiner vollen âGleichheit mit der Stadt Detmoldâ, d.h., dem Vorhandensein frĂŒhzeitiger stĂ€dtischer Privilegien wie Marktgerechtigkeit, Zoll
daselbst, BĂŒrgermeister, Rat, Wahlherren sowie einer SchĂŒtzen-Korporation.
Quelle: Homepage der Stadt Lage www.lage.de
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