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Sieht es auf dem Stadtplan nicht so aus, als ob es zwei Barntrups gäbe? Im Westen liegt die dicht bebaute alte Stadt mit ihren engen Straßen, den
alten Fachwerkhäusern, der Kirche und dem Schloß. Im Osten erkennt ihr das neue Barntrup, die Fabrikhallen des Industriegeländes südlich der Hamelner Straße und der Bahn und jenseits der Straße die
Häuserreihen und Straßen des neuen Wohnviertels.
Das alte Barntrup wollte nie recht gedeihen und größer werden. Die Hauptdurchgangsstraße nach Hameln führte früher noch nicht durch das
Flusstal der Bega, sondern auf den Höhen entlang von Lemgo über Alverdissen weiter nach Osten. So lag Barntrup abseits vom Verkehr und blieb eine kleine Ackerbürgerstadt. Die meisten Bürger waren Bauern
oder hatten Berufe, die mit der Landwirtschaft in Verbindung stehen, wie Schmied und Wagenmacher. Um etwas dazuzuverdienen, erlernten manche Barntruper das Zigarrendrehen. Später versuchte man auch, eine
Holzindustrie ins Leben zu rufen. Aber alles wollte nicht recht glücken.
Das ist jetzt anders geworden. Als nach dem letzten Kriege Millionen Deutsche aus dem Osten unseres Vaterlandes vertrieben wurden, kamen
auch nach Barntrup viele Menschen, denen die Stadt eine neue Heimat werden sollte. Sie wollten dort nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten und Geld verdienen. Aber es fehlte an Fabriken. Da half
die Landesregierung in Düsseldorf. Sie stellte den Ostwestfalenplan auf und versprach, Fabrikanten beim Aufbau von Fabriken in Orten wie Barntrup zu helfen. Bald schon ging man ans Werk. Die
Betriebe aber sollten nicht die Ruhe der Stadt stören. Abgetrennt von den Wohnbezirken, schuf man deshalb draußen vor der Stadt ein besonderes Industrieviertel. Einige hundert Menschen finden hier
Arbeit. Textilien werden hergestellt, Metallwaren, Autoersatzteile und viele andere Dinge.
Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, entsteht am Südhang des Berges eine große neue Wohnsiedlung. Die Leute wollen ja möglichst nahe bei ihren
Arbeitsplätzen wohnen, damit sie nicht einen so weiten Weg haben. Sie wollen aber auch durch die Industriebetriebe nicht belästigt werden. Deshalb durften nur solche Fabriken gebaut werden, die keinen
großen Schornstein benötigen und auch sonst keinen Schmutz und Staub verursachen. In der Wohnsiedlung darf keine Fabrik errichtet werden.
So ist Barntrup trotz der Fabriken eine ruhige und freundliche Stadt geblieben. Von vielen Fremden wird es gern als Ferienaufenthalt gewählt.
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