|
Mehr und mehr besannen sich die Blomberger auf ihren Reichtum an Wald. Aus dem Holz ihrer großen Wälder stellten die Tischler schon seit langer
Zeit Stühle her und verkauften sie im Lande. 1500 Stück bauten sie im Jahre 1800. Als später die Eisenbahnen aufkamen, wurde es leichter, Waren auch in entfernte Gegenden zu verschicken und zu verkaufen.
Die Blomberger ruhten nicht eher, bis sie durch eine "Stichbahn" Anschluss an die Strecke bekamen, die durch das Emmertal führt. Nun konnten aus Handwerksbetrieben Fabriken werden. Heute gibt
es hier fünf Stuhlfabriken. Sie bauen an einem Tage mehr Stühle, als vor hundertsiebzig Jahren alle Blomberger Tischler zusammen im ganzen Jahr herstellten.
Der Blomberger Sägemühlenbesitzer Bernhard Hausmann hat vor mehr als sechzig Jahren als erster in Deutschland Sperrholzplatten aus Buche
hergestellt und daraus Stuhlsitze, Schubladenböden und Fassdeckel geschnitten. Aus seiner kleinen Sägemühle entstand das große Furnier- und Sperrholzwerk, das heute vierhundert Arbeiter beschäftigt. In
dieser Sperrholzfabrik und in den Stuhlfabriken Blombergs arbeiten insgesamt 1300 Menschen.
Ein dünnes und leichtes Sperrholzbrett hält besser als ein bedeutend dickeres und schwereres Brett aus gewöhnlichem Holz. Darum verwendet
man Sperrholz zum Bau von Möbeln, Flugzeugen, Booten und zu vielen anderen Dingen.
Wie entstehen Sperrholz und Furniere?
In der Dampfgrube auf dem Fabrikhof liegen die Stämme ein bis zwei Tage in Wasserdampf. Dadurch wird das Holz geschmeidig. Die gedämpften
Stämme werden in Blöcke zerschnitten und von dem weichen äußeren Holz befreit. Dann wird ein Block in die Schälmaschine gespannt. Die Maschine dreht den Block. Dabei schält ein riesiges Messer eine dünne
Schicht von dem Stamm ab. Diese abgeschälte Schicht nennt man Schälfurnier. Das feuchte Furnier wird in Trockenkammern durch heiße Luft getrocknet.
Die Werke verkaufen die schön gemaserten Furniere aus einheimischem und teurem ausländischen Holz an Möbelfabriken und Tischlermeister. Die
Furniere werden auf Tischlerplatten geklebt, damit Möbel und Türen besser aussehen.
Wenn man Furniere mit den Fasern abwechselnd quer zueinander übereinander klebt und zusammenpresst, bekommt man das Sperrholz.
Aufgaben: 1. Versuche, ein Brett oder einen Holzklotz mit einem Beil zu spalten! a) in der Richtung der Fasern b) quer zu den Fasern
2. Versuche, ein dünnes Brett zur brechen! a) längs der Fasern b) quer zu den Fasern
3. Wiederhole die Versuche mit einem Stück Sperrholz!
4. Untersuche ein Stück Sperrholz! Du siehst, es besteht aus mehreren dünnen Schichten. Sie sind mit den Fasern abwechselnd quer zueinander
übereinandergeleimt. Kannst du nun deine Beobachtungen (Aufgabe 1-3) erklären?
5. Lege ein breites Brett und ein Stück Sperrholz
a) einige Tage ins Wasser
b) längere Zeit in die Sonne!
6. An einer Sprunggrube war ein 3 cm dickes und 30 cm breites Absprungbrett eingebaut. Nach einigen Wochen hatte es sich verbogen. Kannst du
die Veränderung erklären?
weiter
|