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Der Teutoburger Wald

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Die drei Ketten

 Von vielen Stellen am Rand des oberen Werretales kann man de ganzen lippischen Teil des Teutoburger Waldes überschauen. Zur Linke erblickt man den höchsten Berg, die 468 m hohe Velmerstot. In der Mitt erkennt man die Grotenburg mit dem Hermannsdenkmal und ganz recht den langgestreckten Tönsberg an der Westgrenze des Lipperlandes. Da zwischen liegen noch viele andere Berge. Sie sind wie die Glieder einer Kette aneinandergereiht. Darum sagt man: Der Teutoburger Wald ist ein Kettengebirge.

 Wenn wir aber aus einem Flugzeug herabsehen, merken wir, dass das Gebirge in Wirklichkeit aus drei nebeneinander liegenden Ketten besteht, der nördlichen, der mittleren und der südlichen Kette.

Die kleinen Berge der nördlichen Kette sind mit Buchenwald bedeckt oder bis oben hin beackert. In vielen Steinbrüchen bricht man Kalkstein, in dem ihr viele versteinerte Muscheln finden könnt. Darum heißt er Muschelkalk. Die großen Bruchsteine werden zum Bauen von Mauern gebraucht, die kleinen dienen als Straßenschotter.

 Wie ist der Muschelkalk entstanden?

 Vor langer, langer Zeit, als noch keine Menschen lebten, war unsere Gegend von einem großen Meer bedeckt. In ihm lebten viele Tiere, wie Seelilien, Muscheln und Tintenfische. Nach ihrem Tode sanken sie auf den Meeresboden, wo sich ihre Schalen in großen Mengen anhäuften. Dadurch bildeten sich mit dem Schlamm nach und nach waagerecht liegende Schichten, die oft sechzig bis hundert Meter stark wurden. In langen Zeiträumen wurde aus dem Schlamm und den darin eingeschlossenen Schalen ein festes Gestein: der Muschelkalk.

Die mittlere Kette besteht aus Sandstein und trägt Nadelwald. Einige kleine Berge sind mit Heide bewachsen. Früher gebrauchte man den Sandstein der mittleren Kette zum Häuser- und Kirchenbau. Auch der Unterbau des Hermannsdenkmals ist aus Sandsteinen der Grotenburg gemauert worden. Heute sind die Steinbrüche still und verlassen; der Sandstein wird nicht mehr gebrochen, weil er zu schnell verwittert.

 Die südliche Kette weist viele hohe Berge auf. So ist der 393 m hohe Bielstein noch einige Meter höher als die benachbarte Grotenburg. Auf seiner Höhe ragt der schlanke Mast des Rundfunk- und Fernsehsender Bielstein empor. Die südliche Kette trägt herrlichen Buchenwald, durch den man stundenlang wandern kann. In diesen Bergen und ihren Ausläufern begegnet man noch Hirschen und Wildschweinen. Der Kalkstein der südlichen Kette wird in Kalköfen gebrannt. Man verwendet den Branntkalk zum Düngen der Felder und zum Bauen. Ihr habt sicher schon einmal gesehen, wie die Maurer den Kalk löschen und mit Sand und und Wasser zu Mörtel mischen. Bei Augustdorf und Oerlinghausen werden in großen Hartsteinwerken aus gemahlenem Kalk, Sand und Wasser weiße Bausteine gepresst. Ein einziges Werk stellt in einer Woche eine Million Steine her.

 Die Sandsteine und das Kalkgestein der Südkette sind ähnlich wie der Muschelkalk im Meere entstanden. Diese versteinerten Schichten sind nicht waagerecht liegengeblieben, wie ihr in jedem Steinbruch beobachten könnt. Durch gewaltige Erdkräfte sind sie seitlich zusammengedrückt worden. Denkt euch ein paar Tücher, die auf einem Tisch waagerecht übereinanderliegen und dann von zwei Seiten zusammengeschoben werden! So etwa sind die Gesteinsschichten des Teutoburger Waldes aufgefaltet worden. Im Laufe von vielen tausend Jahren wurden die Bergketten durch den Regen und die Bäche zernagt. So bildeten sich die vielen Täler zwischen den Bergen.

 Die bekanntesten Berge des Teutoburger Waldes liegen in der mittleren Kette: die Velmerstot, die Grotenburg und der Tönsberg.

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