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Auf dem Segelflugplatz
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel herab. Wie über einem Ofen flimmert die heiße Luft über der Heide und dem weißen Sennesand.
Richtiges Segelflugwetter ist heute.
Rolf steht neben seinem Vater am Start- und Landeplatz vor den Segelflugzeughallen. Neugierig betrachtet er ganz aus der Nähe einen der
schlanken Segler aus Holz und Stoff. Er sieht die großen Vögel starten und landen. Dann blickt er zum Himmel empor, wo mehr als ein halbes Dutzend Segelflugzeuge wie Bussarde kreisen.
"Stoßen sie nicht zusammen?" fragt er einen Flieger, der neben seinem Vater steht.
Der Segelflieger, ein Bekannter seines Vaters, lacht nur und meint: "Sie passen schon auf. Außerdem sind sie viel weiter voneinander
entfernt, als du denkst. Aber möchtest du nicht auch einmal fliegen?"
”Ja, wenn ich groß bin", entgegnet Rolf.
"Warum nicht schon heute? Wenn es dein Vater erlaubt, nehme ich dich mit."
Da ist Rolf gleich Feuer und Flamme und bittet so lange, bis Vater einwilligt: "Wenn du keine Angst hast, darfst du mitfliegen."
Aufgeregt folgt Rolf dem Flieger zum startbereiten Flugzeug. Er klettert in die durchsichtige Kabine. Der Pilot schnallt ihn auf seinem Sitz
fest, steigt selber ein und schließt das Dach. Rolf klopft ein wenig das Herz, aber zurück will er nicht. Er sieht, wie vorn an der Kanzel ein dünnes Drahtseil eingehakt wird, das zu einer Motorwinde am
anderen Ende des Platzes führt. Der Pilot hebt die Hand: er ist startbereit. Ein Mann ruft durch ein Telefon dem Maschinisten. an der Seilwinde einen Befehl zu. Das Seil strafft sich, das Flugzeug wird
vorwärts gerissen, wird schneller, immer schneller, und schon schießt es, die Nase nach oben, in die Höhe. Rolf spürt, wie sich ein starker Druck auf seinen Magen legt. "Wie im Riesenrad",
denkt er, ein wenig ängstlich.
Da klinkt der Flieger auch schon das Schleppseil aus. An einem kleinen Fallschirm schwebt es auf die Erde hinab. Die Kanzel des Flugzeugs
senkt sich, der Druck auf Rolfs Körper lässt nach. In weiten Kreisen schraubt sich der Segler höher und höher, bis der Höhenmesser 500 m anzeigt.
Rolf hat alle Furcht verloren. So schön hat er sich das Fliegen nicht vorgestellt. Er blickt hinunter auf die Erde. Klein wie
Streichholzschachteln erscheinen ihm die Flugzeughallen, wie helle Punkte sehen die Menschen in ihrer sommerlichen Kleidung aus. Über die Berge des Teutoburger Waldes, die von oben ganz flach und niedrig
aussehen, geht sein Blick im Westen bis zu dem Häusermeer der Großstadt Bielefeld, im Osten erkennt er das Hermannsdenkmal und den Mast des Bielsteinsenders.
So versunken ist Rolf in den Anblick der Landschaft, dass er kaum merkt, wie sich die Nase des Flugzeugs senkt. Aber dann ist es ihm, als
käme der Erdboden auf ihn zu. Größer werden Häuser, Bäume und Menschen. Schon schwebt das Flugzeug über dem Platz, setzt mit einem leichten Ruck auf, gleitet noch ein paar Meter über den Sand und hält
an. Stolz steigt Rolf aus, rennt auf seinen Vater zu und jubelt: "Vater, es war herrlich!"
Der Flieger zeigt ihm auch noch die Segelfliegerschule.
"Es fliegt sich gut hier in Oerlinghausen", erklärt er ihm. "Die warme Luft über dem Sennesand und die Winde, die an dem Hang
des Teutoburger Waldes aufsteigen, tragen uns empor. Du hast es ja selbst gemerkt. Darum kommen die Segelflieger von weit her zu uns. So wurde der Flughafen Oerlinghausen zum größten Segelflugplatz
Nordwestdeutschlands. Vor einigen Jahren hat man hier sogar die Segelflugwelt-meisterschaft ausgetragen. In der Segelfliegerschule wohnen junge Menschen, die ihre Ferien dazu benutzen, das Fliegen zu
lernen. Wenn sie nicht gerade mit ihrem Fluglehrer im Flugzeug sitzen und oben in der Luft üben, drücken sie hier die Schulbänke und lernen, was man als Segelflieger wissen muss. Stolz kehren sie nach
einigen Wochen mit dem Prüfungszeugnis in der Tasche in ihre Heimat zurück."
„Wenn ich groß bin, werde ich Flieger", sagt Rolf, als er sich mit einem Dank von dem freundlichen Segelflieger verabschiedet.
Das "Germanische Gehöft" (1963)
Am Barkhauser Berg, südlich vom Tönsberg, ist ein germanisches Gehöft als Freilichtmuseum aufgebaut worden. Es zeigt uns, wie die Cherusker,
die vor zweitausend Jahren unser Land bewohnten, gelebt haben. Wir sehen einen Ofen zum Brennen von Tonkrügen und Schmelzöfen, die zum Schmelzen von Bronze und Eisen benutzt wurden. In den Häusern können
wir die Geräte betrachten, mit denen die Germanen Töpfe aus Ton formten, Eisen schmiedeten, Zeug webten und das Korn zu Schrot mahlten. Ja, fast alles, was sie brauchten, mussten die Cherusker in ihrem
Gehöft selbst herstellen, denn Handwerker und Kaufleute gab es damals kaum.
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