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Fabrikarbeiter heute (68) und früher

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Auch Gerhards Vater arbeitet in der Polstermöbelfabrik. Nachmittags um fünf Uhr hat er Feierabend. Sonnabends ist er den ganzen Tag zu Hause. In jedem Jahr bekommt er achtzehn Tage Urlaub. Im Urlaub des vergangenen Sommers war die Familie in Vaters Volkswagen an die Ostsee gefahren. Auf einem Campingplatz am Strand hatten sie ihr Zelt aufgeschlagen und darin eine Woche gewohnt. Gerhard wird nicht vergessen, wie er in den schönen Ferientagen im Sand Burgen baute und in den Wellen der See schwamm. Gerhards Eltern konnten sich die Reise erlauben. Sie hatten schon lange dafür gespart, und die Fabrik zahlte für die Urlaubszeit den Lohn weiter.

 Großvater weiß aus seinen jungen Jahren anderes zu berichten: ,Sechzig Stunden in der Woche mussten wir arbeiten, von Montag bis Sonnabend, täglich zehn Stunden. Drei Mark verdiente ich am Tag. Das war wenig. Wenn wir uns nicht im Sommer morgens und abends bis in die Dunkelheit auf unserem Feld und im Garten gequält und Schweine, Ziegen und Hühner gehalten hätten, dann hätten wir wohl nicht oft Wurst auf unseren Frühstücksbroten gehabt. Ein Sonntagsanzug für die Männer musste zwanzig Jahre halten, und die Frauen bekamen auch nur lle paar Jahre einmal ein neues Kleid. An bezahlten Urlaub dachte überhaupt noch kein Mensch. Reisen war etwas für die feinen Leute', für Fabrikanten, Kaufleute und Doktoren. Ich habe in meinen jungen Jahren nur eine einzige Reise gemacht, und die dauerte nur einen Tag." "Nach Hannover zu deinem Bruder?" fragt Gerhard. "Nein, nach Detmold zum großen Hermann."

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