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Heute ist Salzuflen eine Badestadt. Im Jahre 1817 baute man auf dem Salzhof das erste kleine Badehaus. Es hatte nur ein paar kleine Badestuben,
finstere Löcher, die nicht einmal ein Fenster in der Außenwand hatten. Die ersten Kurgäste waren Bauern aus der Nachbarschaft. Sie kamen auf Leiterwagen gefahren, die bepackt waren mit Bettzeug,
Schinken, Würsten, Butter und Brot. Denn in der Stadt gab es noch keine Gästeheime. Zweimal täglich schritten sie in ihren klappernden Holzschuhen über das Kopfsteinpflaster zum Badehaus. Oft blieben
sie gleich zwei Stunden im Bad sitzen, denn sie glaubten: "je länger, desto besser."
Von Jahr zu Jahr kamen mehr Kurgäste. Darum verlegte man zu Beginn unseres Jahrhunderts den Kurbetrieb aus dem engen alten Salzhof an den
Rand der Stadt und schuf draußen im Tal der Salze die neuen Kuranlagen: das Kurhaus, die Badehäuser, die Wandelhalle, den weiten Kurpark mit seinen Blumenbeeten, den Springbrunnen und den großen
Teich. Da entstanden neue Straßen unter schattenspendenden Bäumen, Hotels, Kurheime und Gaststätten, in denen Hunderte von fleißigen Menschen die Kurgäste umsorgen.
In fünfzig Jahren wurde Salzuflen zu Deutschlands größtem Heilbad. Über 65 000 Menschen suchen dort in jedem Jahr Erholung oder Heilung
von ihrem Leiden, von Rheuma, von Krankheiten des Herzens, der Nerven und der Atemwege. Seit einigen Jahren erhebt sich im oberen Teil des Kurparks der Hochbau eines der größten Krankenhäuser Lippes:
die Kurklinik. Durch die Kinderheilanstalt, in der sicherlich auch schon Jungen und Mädchen eurer Klasse einige Wochen weilten, hilft Salzuflen ganz besonders kranken und erholungsbedürftigen Kindern.
Das Wasser der alten Quelle auf dem Salzhof, der Paulinenquelle, reicht längst nicht mehr. Neue, tiefere Brunnen mussten erbohrt werden.
Heute hat Salzuflen neun Quellen. Aus einer Tiefe von 1018 m dringt der Neu-Thermalsprudel hervor. Da braust und schäumt das Wasser aus dem Bohrloch wie aus einer riesigen Sprudelflasche. Das macht die
Kohlensäure, die dem Wasser beigemengt ist. Ganz warm ist es (38 Grad Celsius), denn da unten in der Erde ist es tüchtig heiß (50 Grad Celsius). Solche heißen Quellen nennt man Thermalquellen oder
Thermen. Durch eine isolierte Rohrleitung, ihr könnt sie an der Salzebrücke in der Nähe der Quelle sehen, lässt man die Sole gleich in die Badewannen laufen.
Aufgaben: 1. Salz gibt vielen Speisen erst den richtigen Geschmack. Welche Speisen werden mit Salz gewürzt?
2. Salz schützt die Nahrungsmittel vor dem Verderben. Welche Nahrungsmittel werden deswegen eingesalzen?
3. Heute kann man Lebensmittel vor dem Verderben schützen, ohne sie einzusalzen. Wie?
4. Welche anderen Badeorte kennst du?
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