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In Schötmar werden Celluloid und andere Kunststoffe zu Kämmen, Haarspangen, Schüsseln, Zahnbürsten, Bechern, Sonnenbrillen, Spielzeugen und
tausend anderen kleinen Dingen verarbeitet.
Besuchen wir einmal eine Fabrik für Kunststoffartikel.
Der Ingenieur führt uns in einen lichten, sauberen Saal, in dem viele mannshohe, etwa 3-4 m lange Maschinen stehen. An ihnen sind Arbeiter
beschäftigt. Wir treten an eine der Maschinen heran. Oben auf dem Gehäuse sitzt ein Trichter. Der Ingenieur greift hinein und zeigt uns eine rote, körnige Masse. "Das ist der Kunststoff. Wir
stellen ihn nicht selbst her, wir kaufen ihn von einer großen chemischen Fabrik im Rheinland.“ Er wendet sich wieder der Maschine zu. "Aus dem Trichter fällt der Kunststoff in dieses dicke
eiserne Rohr. In der Wand des Rohres glüht eine Heizspirale wie in dem elektrischen Ofen bei euch zu Hause. Der Kunststoff wird durch die Hitze ganz weich. Durch eine kleine Öffnung wird er in diese
zweiteilige Eisenform gespritzt. Die Form ist innen hohl. Der Hohlraum hat die Gestalt einer Schüssel. In die Wand der Form sind Kanäle gebohrt, durch die kaltes Wasser läuft. In weniger als einer
Minute kühlt das Wasser den Kunststoff so stark ab, dass er erstarrt. Und nun passt einmal auf, wie die Form geöffnet wird!" Der Arbeiter zieht an einem Hebel, die beiden Teile der Form schieben
sich auseinander, und die Schüssel kommt zum Vorschein. Der Arbeiter nimmt sie aus der Maschine. In der Mitte, wo der Kunststoff eingespritzt wurde, sitzt ein langer Zapfen. Der Arbeiter kneift ihn mit
einer Zange ab, und fertig ist die Schüssel.
"Aha, jetzt weiß ich, warum unter unserer Salatschüssel in der Mitte so ein Klumpen sitzt", sagte Gisela.
"Unter deinem Zahnbecher auch", antwortete der Arbeiter, "guck einmal nach!"
"Können Sie mit dieser Maschine nur Schüsseln herstellen?" möchte Wilfried wissen.
"Nein, noch viele andere Sachen. Wir müssen nur die Formen auswechseln."
"Und woher bekommen Sie die Formen?"
Der Ingenieur führt uns in einen zweiten Raum, in dem eine Reihe von Männern in blauen Schlosseranzügen arbeitet. Die Wände sind mit
Zeichnungen bedeckt. "Das sind die Zeichnungen für die Formen. Sie werden von unseren Technikern entworfen. Unsere Schlosser bauen danach die Formen, wie ihr seht." Eine Weile schauen wir der
Arbeit der Schlosser an ihren Schraubstöcken, Bohrmaschinen und an der Drehbank zu. Dann hat Werner noch eine letzte Frage: "Wie viel verschiedene Dinge stellen Sie in Ihrem Betrieb her? Zwanzig
oder dreißig?"
Der Ingenieur lacht: „In den letzten zehn Jahren sind bei uns bestimmt über fünfhundert verschiedene Artikel entstanden. Viele werden
heute nicht mehr angefertigt, weil sie unmodern geworden sind. Dafür kommen immer wieder neue hinzu."
In Schötmar verarbeiten elf Fabriken Celluloid und andere Kunststoffe. In ihnen sind über sechshundert Arbeiter und
Arbeiterinnen tätig.
Sonstige Fabriken
In mehr als fünfzig Fabriken verdienen über dreitausend fleißige Männer und Frauen ihr Brot. Acht Möbelfabriken stellen hauptsächlich
Küchenmöbel und Schlafzimmer her. In anderen Betrieben entstehen Matratzen, Polster und Steppdecken, Möbelbeschläge und Fahrräder. Osterhase und Weihnachtsmann besorgen sich in Schötmar die
Schokoladen- und Zuckereier, die Kekse und Bonbons, die sie euch bringen.
Viele Arbeiter kommen von auswärts, aus den umliegenden Dörfern oder von weit her. Ihr solltet einmal den Betrieb auf den Straßen sehen,
morgens vor Arbeitsbeginn oder abends nach Feierabend! Um sich den umständlichen Weg zu ersparen, kaufen manche dieser Pendler Bauplätze in den neuen Siedlungen am Stadtrand und errichten darauf
Eigenheime. Schötmar ist eine rasch wachsende Stadt.
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