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Die Volksburgen

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Vor tausend und mehr Jahren lebten unsere Vorfahren in kleinen Dörfern oder einzelnen Gehöften. Ein Zaun oder eine Hecke umgab ihre kleinen Häuser und schützte sie vor den Tieren des Waldes. Vor den Feinden aber, die plündernd und mordend ins Land eindrangen, boten sie keinen Schutz.

 Ein Bote hatte die Nachricht gebracht, dass sich wieder einmal ein feindliches Heer näherte. Bei Nacht sah man schon den Feuerschein brennender Dörfer. Die Zahl der waffenfähigen Männer war zu klein, um die Eindringlinge vertreiben zu können. Da blieb den Bewohnern nichts anderes übrig, als Haus und Hof zu verlassen und sich zu verstecken. Sie trieben das Vieh zusammen, packten Nahrung, Kleidung und Hausrat ein und zogen in die Wälder.

 Von überall her kamen die Flüchtlinge. Ein Versteck im dichten Walde war ihnen nicht sicher genug. Der Feind konnte ihre Spuren finden, ihnen nachgehen und sie entdecken.

 Darum hatten schon lange vorher alle Männer ringsum mitgeholfen, auf der Bergeshöhe eine starke Befestigung zu bauen. Sie hatten eine Stelle ausgesucht, die leicht zu befestigen war. eine Kuppe mit steilen Hängen. Rings um den Gipfel hatten sie einen tiefen Graben ausgehoben und die Erde dahinter zu einem hohen Wall aufgeworfen. Dicke Steine hatten sie mit hineingepackt und den Wall noch mit Balken abgestützt. Ein Tor, das mit starken Baumstämmen verriegelt werden konnte, führte in das Innere. Ein Brunnen durfte in der Burg nicht fehlen; ohne Wasser konnten sich die Flüchtlinge nicht lange verteidigen.

 Tag und Nacht hielten Wachen Ausschau nach dem Feinde. Mit Schwertern, Schilden und Streitäxten standen die Männer bereit, um sich und ihre Familien zu verteidigen, wenn die Eindringlinge sie entdeckt hatten und sie angreifen wollten.

 War der Feind abgezogen, nahmen alle den Weg zurück zu ihren Gehöften, die sie oft verwüstet und verbrannt fanden. Die Burg blieb leer zurück, denn nur im Kriege flohen die Bewohner des Landes hinter ihre sicheren Wälle. Man nennt sie deswegen eine Volks- oder Fliehburg. Die Männer hatten dort auch keine Häuser gebaut, nur einige kleine Hütten boten Kranken, Kindern, im Kampfe Verwundeten und den Vorräten Schutz vor Regen und Kälte,

 Noch heute kann man in unserem Lande Reste solcher Burgen finden: die Teutoburg auf der Grotenburg, die Oerlingsburg auf dem Tönsberg, die Herlingsburg und Alt-Schieder bei Schieder und die Amelungsburg bei Hillentrup.

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