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Das Dreschen

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Wenn der große Markt Wilbasen gewesen war (12. 9.), klapperten von der Uchte an (2-3 Uhr) auf den Höfen die Dreschflegel. Die Mägde warfen mit langen Gabeln die Garben durch die Luke auf die Deele herab, die Drescher: Bauer, Knechte, Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, schnitten sie auf und breiteten sie, die Ähren nach der Mitte, auf dem Boden aus. Im trüben Schein der flackernden Wandlaterne standen sie einander gegenüber, ließen die Dreschflegel durch die Luft kreisen, dass die schweinsledernen Riemen knarrten, und schlugen im Takt auf die Ähren, dass die Körner heraussprangen und der Staub hoch aufwirbelte. "puck, pack" und "de Steolpatt" klang es bei den kleinen Leuten; von den größeren Höfen erschall es "pucke, packe" oder gar ..puckela, puckela". Dann wussten die Nachbarn gleich, wie viel Drescher am Werk waren. Ein paar mal schritten die Drescher über die ausgebreiteten Garben hinweg, die eine Reihe vorwärts, die andere rückwärts. Zwischendurch wurden die Garben gewendet. Darauf harkten die Frauen das ausgedroschene Stroh zusammen, banden es mit Strohseilen, und die Männer reichten mit Forken die Bunde den Mägden hinauf, die es auf den Boden zurückpackten. Das mit Unkrautsamen und Spreu vermischte Korn fegte man zusammen, und die Drescher warfen es vor der großen Deelentür mit der Worfschute gegen den Wind. Weit flog das schwere Korn auf ausgebreitete Laken, die leichte Spreu aber wurde von dem Wind fortgetragen, dass sie über den ganzen Hof stob. Zum Reinigen des Korns benutzte man auch den Wann. Das Korn wurde darin tüchtig geschüttelt. Die Spreu, die sich an der Oberfläche sammelte, fegte man mit einem Gänseflügel ab.

 Ermattet, schwitzend, staubbedeckt sanken die Männer und Frauen beim Frühstück und beim Mittagessen auf die lange Bank in der Leutestube. Aber wenn sie sich an die riesigen, dampfenden Schüsseln heranmachten, die die Bäuerin auftrug, dann hättet ihr mal sehen sollen, wie sie zulangten! Noch heute sagt man von einem, der tüchtig essen kann: "Heu frett os'n Dösker."

 36 Lagen mussten jeden Tag gedroschen werden. Todmüde waren die Drescher, wenn Feierabend war. Groß war daher die Freude, wenn das Dreschen gegen Weihnachten beendet war.

 Aufgaben: 1.      Mische Korn mit Spreu! Wirf eine Handvoll kräftig gegen den Windl Schüttle die Mischung in einer Schüssel! Was beobachtest du?

 2. Warum haben die alten Bauernhäuser so große Deelen?


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