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Nach sauren Wochen kam endlich der schönste Tag der Ernte: Das letzte Fuder wurde eingeholt. Vier mit Blumen und bunten Bändern geschmückte Pferde zogen den
Wagen, der bis an die oberen Leiterbäume mit Härksel beladen war. Über dem Fuder schwebte an einer langen Stange die Erntekrone. Frauen und Kinder saßen auf dem Wagen, die Knechte, mit Blumen und flatternden Bändern
an den Hüten, ritten auf den Pferden. Mit fröhlichen Liedern ging es im Trab durch das ganze Dorf, manchmal sogar durch die Nachbarorte zum Hof. Das letzte Fuder fuhr der Bauer meistens selber auf die Deele. Alle
nahmen die Hüte und Mützen ab, man sang "Nun danket alle Gott", und der Bauer sprach ein Dankgebet. Darauf sagte die Großmagd einen Erntespruch auf, und der Bauer musste den Schnapsbuddel aus dem Schrank
holen und fleißig einschenken. Am Abend, wenn das Vieh versorgt war, gab es ein Festessen: Der Erntehahn wurde verzehrt. Bis spät in die Nacht sang und tanzte man auf der Deele.
Aufgaben:
1. Wie feiert man in deinem Dorf das Erntedankfest?
2. Hast du schon einmal eine Erntekrone gesehen? Zeichne und be-
schreibe sie!
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