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Früher wohnten die meisten Menschen in unserem Lande in kleinen Dörfern und auf Einzelhöfen. Fast alle Leute waren Bauern oder taten bei den Bauern Dienst.
Die Städte waren nicht größer als heute die meisten Dörfer. Auch viele Städter waren Ackerbürger und lebten kaum anders als die Menschen auf dem Lande.
Darum sollen euch die folgenden Geschichten vom Leben der Bauern in alter Zeit berichten.
Wie Wieneckes Haus abbrannte
Im Spätsommer schlug bei einem schweren nächtlichen Gewitter der Blitz in das Haus des Bauern Wienecke. Ein Glück, dass die Bewohner nicht in den Betten
lagen, sondern angekleidet um die Feuerstelle auf der Deele sagen wie bei jedem Gewitter! So konnten sie ihr Leben retten. Wienecke und seinen Knechten gelang es sogar noch, die aufgeregten Pferde aus dem Stall zu
führen, obgleich das Haus in wenigen Augen blicken wie eine riesige Fackel brannte. Was nutzte es schon, dass die Nachbarn mit langen Feuerhaken und ledernen Feuereimern herbeistürzten und rasch eine Kette zum nahen
Teich bildeten, in der die wassergefüllten Eimer von Hand zu Hand flogen! Die Hitze war so groß, dass auch die beherztesten Männer sich nicht nahe genug an die Brandstelle heranwagen konnten, um das Wasser in die
Flammen zu kippen. So mussten sie die Arme sinken lassen und tatenlos zuschauen, wie das schöne Haus in kurzer Zeit bis auf die Grundmauern nieder brannte. Nur der Schweinestall, der von dem Bauernhaus etwa 15 m
entfernt lag, blieb verschont.
Hatten die Dorfbewohner auch das Haus nicht zu retten vermocht, so konnten sie doch die Abgebrannten trösten und ihre Not lindern. Familie Wienecke
wurde bei Nachbarn und Verwandten untergebracht. Man sammelte für sie das Notwendigste an Kleidung, Hausrat und Ackergerät. Die Kühe, die in der Brandnacht draußen auf der Weide gewesen waren, und die Pferde wurden
den Winter über in den Ställen der Nachbarn mit durchgefüttert. Und dann half das ganze Dorf das Haus wieder aufbauen.
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