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Ziegler im Winter

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Auch Klöppings Hermann aus Schlangen kehrte im Oktober wieder heim aus Schleswig-Holstein, dem Lande zwischen Nordsee und Ostsee. Den Sommer über hatte er als Brenner gearbeitet und sich dabei das Reißen geholt. Ein schönes Stück Geld brachte er mit, denn er hatte während des Sommers kaum einen Pfennig für sich verbraucht. Zu Hause fand er alles in Ordnung vor. Die Frau und die Kinder waren gesund und freuten sich tüchtig über den Rosinenstuten, den er ihnen mitbrachte.

 Bald ging er daran, die Arbeiten, die für ihn liegengeblieben waren, zu verrichten. Während der schönen Herbsttage war er von morgens bis abends unterwegs, Holz im Walde zu sammeln und mit seinem Handwagen heimzufahren. Der Winter war lang, und das sauer verdiente Geld für die teuren Kohlen auszugeben, das wäre doch Verschwendung gewesen. Wenn es regnete, "wittkerte" er die Ställe oder sägte und hackte Holz. Zu tun gab es im Hause für ihn genug.

 Im November half er seinem Freunde Friedrich Richts einige Tage beim Hausbau. Auf dem Schlänger Markt, der wegen der Ziegler vom September auf den November verlegt worden war, hatten sie das besprochen.

 In den Wintermonaten arbeitete er als Hausschlachter. Da gab es für ihn immer viel zu tun, denn fast jede Familie hatte ein oder zwei Schweine im Stall stehen, die im Winter geschlachtet wurden. Da hieß es wie im Sommer frühmorgens heraus und fleißig an die Arbeit, denn am anderen Abend mussten die Würste fertig sein.

 Auch Festtage gab es für ihn während des Winters. Zwei Hochzeiten in der Verwandtschaft wurden gefeiert. Die Ziegler heirateten nur in den Wintermonaten.

 Und was machten die anderen, mit denen er den Sommer über "geticheIt“ hatte? August Drewes schnitzte "Holsken". Holzschuhe wurden damals im ganzen Lande getragen. Friedrich Diekmann half seinem Bruder beim Dreschen und beim Holzfahren. Heinrich Brinkmann arbeitete wie in jedem Winter als Holzfäller im Walde, und Heinrich Bökemeier kam in der Zuckerfabrik in Lage zu seinem Verdienst. So hatte jeder den Winter über eine Beschäftigung, bis es im nächsten Frühjahr wieder in die Ferne ging.

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