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Gemeinde Augustdorf

Unter einem roten Schildhaupt, darin fünf fächerförmig gestellte goldene Ähren, in goldenem Feld zwei abwärtsgewandte schräggekreuzte Plaggenhauen mit roten Stielen; in den Winkeln: oben eine rote fünfblättrige Rose mit goldenem Butzen und goldenen Blättern, unten ein roter Bienenkorb.

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Die Senner Pferde

Die Geschichte der Gemeinde Augustdorf

Das Jahr 1775 kann als Gründungsjahr der Gemeinde Augustdorf angesehen werden, denn am 11. Dezember 1775 unterzeichnete Graf Simon August zur Lippe den Meierbrief, den man als die erste Urkunde bezeichnen kann, für den vormaligen Retlager Müller und damaligen Barntruper Bürger August Simon Struß. Hier findet das Dorf erstmals Erwähnung. Dieser Meierbrief verlieh dem Antragsteller das Recht, am Dören ein Kolonat und einen Krug anzulegen. Im darauffolgenden Frühjahr entstand dann die erste Hütte, die sich Struß selbst hier angelegt hatte. Obwohl im Jahre 1779 der Anbauplan eines neuen Dorfes am Dören festgelegt wurde, gab es im Juni 1780 noch nicht mehr als 4 Hütten, die nach dem Inspektionsbesuch eines Amtsrates sehr armselig aussahen und ausgestattet waren, zum Teil mit Stroh bedeckt, was unzulässig war wegen der Feuergefahr und die Häuser überhaupt nicht nach dem ausgearbeiteten Lage- und Bauplan errichtet wurden. Man wohnte mit dem Vieh unter einem Dach. Ein Haushalt ohne Vieh konnte nicht bestehen. Der Ort hatte wohl kaum an einem ungünstigeren Flecken angelegt werden können. Seiner hohen Lage wegen ist er den Winden sehr ausgesetzt. Die Bodenverhältnisse sind denkbar schlecht, nur Heide und Sand.

 Bereits im Jahre 1782 wird der erste Schulunterricht in dem Raum eines Privathauses abgehalten. Das neue Schulhaus konnte 1782 fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben werden. Ein Jahr später wird den Neuwohnern am Dören in der Nähe der Schule ein Friedhof ausgewiesen. Da aber bei Beerdigungen der Toten keine Glocke erklang, wussten die Leute nicht, wann sie zur Beerdigung kommen sollten und die Schulkinder kamen entweder zu früh oder zu spät zum Unterricht; ferner konnte am Sonntagnachmittag nicht zur Betstunde gerufen werden; die Notwendigkeit der Anschaffung einer Glocke war offensichtlich: Die Glocke wurde zuerst auf dem Schulhaus angebracht. Als im Jahre 1800 die Kapelle als Filialkirche von Stapelage entsteht, bekommt die Glocke hier ihren Platz.

 Im Jahre 1789 erhält das Dorf zur Erinnerung an den lippischen Grafen Simon August, der am 1. Mai 1782 starb, den Namen Augustdorf. Der Sohn des Pfarrers Jenin aus Stapelage betreut die Kapelle in Augustdorf bis 1817. In diesem Jahr wird Augustdorf selbständige Pfarrei. In den Jahren 1875/76 entsteht die heutige Kirche zu Augustdorf.

 Im Jahre 1887 wird in der Gaststätte 'Zur Linde' die erste Poststelle eingerichtet. Ein neues Postgebäude kann 1908 seiner Bestimmung übergeben werden. Der erste Jahrmarkt wurde am 10. Oktober 1844 auf dem Bentbrinke abgehalten. Bedeutung erlangte er jedoch erst 1855, als man ihn um einen Monat verschiebt. In den 20er Jahren wurden jährlich vier Märkte abgehalten, davon zwei reine Viehmärkte und zwei Kram- und Viehmärkte. Die Entwicklung von Augustdorf im 20. Jahrhundert wurde durch das ursprünglich für den Reichsarbeitsdienst angelegte Lager Augustdorf bestimmt. Bei der Erweiterung des Truppenübungsplatzes in der Senne entstand es 1937 und erhielt den Namen Nordlager. Hier war ein Ergänzungsbataillon untergebracht. Die Kapazität des Lagers erweiterte sich ständig und lag am Ende des 2. Weltkrieges bei 16.000 Mann.

Im Jahre 1950 gab es in Augustdorf vier größere gewerbliche Betriebe und 14 Werkstätten, heute sind ca. 500 Gewerbebetriebe in Augustdorf ansässig.

 Die kommunalen Einrichtungen der Gemeinde Augustdorf erstrecken sich auf eine Realschule, eine Hauptschule, zwei Grundschulen, einen Schulkindergarten, einen Sportplatz mit Flutlichtanlage, einen Rasenspielplatz, ein beheiztes Freibad, eine Großraum-Sporthalle, zwei Turnhallen, ein Jugendheim, fünf Kindergärten und eine Gemeindebücherei mit 7.500 Büchern.

Augustdorf ist die einzige lippische Gemeinde, die durch die kommunale Neugliederung 1970 nicht betroffen wurde. Dies hat seine Gründe einmal in der geographischen Lage und zum anderen in der Stellung als einer der größten Bundeswehrstandorte. Der gesamte militärische Bereich einschließlich Übungsplatz beansprucht heute über die Hälfte des Gemeindegebietes.

Quelle: Homepage der Gemeinde Augustdorf www.augustdorf.de