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Gemeinde Dörentrup

Das Wappen von Dörentrup
Die Silberkiesgrube

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Auszug aus "Unsere Lippische Heimat

An der Straße von Lemgo nach Barntrup, in Dörentrup, ragen die hohen Schornsteine einer Ziegelei empor. "Dörentruper Sand- und Tonwerk" heißt sie. Denn sie stellt nicht nur Steine und andere Dinge aus Ton her. Zu dem Werk gehört auch eine riesengroße Sandgrube.

 Staunend stehen wir am Rand dieses Loches, das die Menschen da in die Erde gewühlt haben. Elektrische Lorenzüge fahren darin herum. Die schwarze Schicht tief unten ist Braunkohle. Darüber leuchtet der Sand weiß wie Silber. Silbersand wird er deswegen genannt. Über dem Silbersand lagern Schichten von grauem und gelbem Sand und Lehm.

 Den Dörentruper Silbersand haben eure Urgroßmütter in ihren jungen Jahren am Sonnabend in die Stube gestreut, wenn für Sonntag geschrubbt war. Das sah dann fein sauber aus. Und wenn in Lemgo das große Schützenfest ist, dann bestreut man die Straßen der Stadt auch heute noch damit zur Zierde und zum Schmuck.

 In dem kleinen Häuschen an der Straße hat man noch vor sechzig Jahren den Sand scheffelweise verkauft. Damals war nichts weiter hier als der Meierhof, der Bahnhof und dieses kleine Haus.

 Heute wäscht man den Sand drüben in den großen Fabrikhäusern und verschickt ihn dann mit der Eisenbahn. Ein Teil wird in riesigen eisernen Trommeln gemahlen. Nachher ist er so fein und so schneeweiß wie feinstes Weizenmehl. Er wird in Papiersäcken in die Glasfabriken geschickt. Dort macht man kostbares Kristallglas daraus, Brillengläser, Linsen für Fernrohre und viele andere wertvolle Gläser.

 Wir besuchen die Ziegelei. Durch eine Seilbahn in der Luft ist sie mit der Lehmgrube verbunden. Eiserne Mollen laufen mit Rollen auf einem dicken Tragseil und werden durch ein dünneres Zugseil gezogen. Sie bringen den Lehm aus der Grube in die Ziegelei.

 Wir werfen noch einen Blick in das große Klinkerwerk. Voll Staunen sehen wir den Pressen zu, die die Klinkersteine und die Dachziegel formen. Da ist auch das lange Transportband, das die Steine durch die Hallen bis zu dem Arbeiter führt, der sie kunstvoll auf die kleinen, feuerfesten Wagen packt. Wir sehen den riesenlangen Ofen, in den die Wagen mit den Steinen hineingeschoben werden. Sie müssen durch ein wahres Höllenfeuer von 1500 Grad Hitze hindurch, erkalten dann langsam und rollen am andern Ende des Klinkerofens fertig gebrannt heraus. Der Arbeiter öffnet einmal die Tür zu diesem Höllenrachen, und wir sehen tief drinnen die Steine in Weißglut leuchten.

 Überall laufen und dröhnen große Maschinen. Wir sehen die vielen Männer bei ihrer schweren Arbeit, sehen Steine und Rohre, Dachziegel, Klinker und Wandplatten in den verschiedensten Farben und Formen.