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Horn-Bad Meinberg

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Aus dem Schulbuch "Unsere Lippische Heimat"

Horn gehört zu den ältesten Städten Lippes. Im Jahre 1948 feierte die Stadt ihr siebenhundertjähriges Bestehen. Auf den ersten Blick freilich sieht man ihr das Alter nicht an. Wer durch die Straßen Horns geht, erblickt zwar überall schöne alte Häuser. Aber dazwischen sind viele moderne Bauten errichtet, wie in jeder anderen Stadt auch.

 Aber schaut einmal den Plan der Altstadt an!

 Zwei Hauptstraßen kreuzen einander. Nicht weit von der Stadtmauer umschließt ein Straßenring die innere Stadt. Durch schmale Gässchen ist er mit den Hauptstraßen verbunden. Das Straßenkreuz teilt die Altstadt in vier Teile auf, und die Stadtmauer umschließt das Ganze, die "Stadtviertel".

 Das war eine recht zweckmäßige Einteilung, und darum sind die alten lippischen Städte fast alle nach einem ähnlichen Plan gebaut worden.

 Die Bauernhöfe werden ausgesiedelt

 Horn war früher eine Ackerbürgerstadt. Alle Bürger bewirtschafteten in der städtischen Feldmark wenigstens ein oder zwei Stücke Ackerland und hielten daheim in ihren Ställen Vieh: Hühner, Schweine und Ziegen oder sogar Kühe.

 Auch Bauern wohnten in der Stadt. Auf dem Stadtplan findet ihr sieben Bauernhöfe eingezeichnet. Früher waren es doppelt und dreimal soviel. Ihre Felder und Wiesen, manchmal in fünfzig verschiedene kleine Stücke aufgeteilt, lagen in allen Himmelsrichtungen verstreut. Das konnte auf die Dauer nicht so weitergehen.

 Der Autoverkehr in der Stadt ist sehr stark. Durch Horn führt die wichtige Bundesstraße 1, auf der täglich Tausende von Autos fahren. Die Straße ist innerhalb des Ortes eng.

Und nun denkt einmal nach! Was geschah, wenn die Bauern ihre Kühe über die Straßen zur Weide trieben?

 Wenn sie Mist oder Jauche fuhren?

 Wenn im Sommer die hochbeladenen Heu- und Kornfuder, die beinahe so breit sind wie die halbe Straße, eingefahren wurden?

 Wenn im nassen Herbst die Rübenwagen, an deren Rädern der zähe Lehm in dicken Klumpen klebte, zum Hof rollten?

 Wenn der Maschendraht um den Hühnerhof ein Loch hatte?

 Die Bauernhöfe mussten aus der Stadt hinaus und draußen neu aufgebaut werden.

 Die Aussiedlung allein aber genügte nicht. Auf dem Weg zu ihren Grundstücken hätten die Bauern ja noch immer die Stadt durchqueren müssen!

 Darum tauschten sie ihre Felder untereinander aus und legten sie so zusammen, dass jeder Hof eine einzige große Fläche erhielt. Auf der zweiten Karte seht ihr die sieben neuen Höfe. Sie liegen jetzt weit außerhalb der Stadt. Die Landwirte haben keine weiten Wege mehr zu ihren Äckern und sparen dadurch viel Zeit. Sie stören mit ihrem Vieh und ihren langsamen Fahrzeugen nicht mehr den städtischen Verkehr. Die großen Felder lassen sich auch viel leichter bewirtschaften als die vielen kleinen Stücke.

 Freilich hat die Aussiedlung auch einige Nachteile. Denkt an die Bauersfrauen, die in Horn einkaufen, an die Kinder, die zur Schule müssen, an die Briefträger!

 Aussiedlung und Umlegung haben sehr viel Geld gekostet. Es mussten nicht nur sämtliche Gebäude neu errichtet, sondern neue Wege gebaut und kilometerweite Lichtleitungen verlegt werden. Die Bauern hätten das Geld nicht aufbringen können, wenn ihnen nicht die Regierung in Bonn geholfen hätte.

 Was ist aus den übrigen Bauern geworden?

 Sie haben eine andere Beschäftigung gefunden. Arbeit gibt es in Horn genug. In den letzten Jahrzehnten ist rund um den Bahnhof ein großes Industrieviertel entstanden. Einige der Hornschen Fabriken sind in ganz Deutschland bekannt, wie das Eka-Werk und die Firma Gebrüder Künnemeyer.

 Aufgaben:

1. Wohin führen die Hauptstraßen Horns?

 2. Sind in deinem Heimatort auch Bauernhöfe ausgesiedelt worden? Erkundige dich bei ausgesiedelten Landwirten, warum ihre Höfe verlegt worden sindl

3. In vielen Orten sind zwar die Höfe auf ihrem Platz geblieben, aber die Felder sind ausgetauscht und zusammengelegt worden. Warum hat man diese Zusammenlegungen (Verkoppelungen) durchgeführt ?