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Zum Anhören:

Dat hauge Fest von Karl Brüggemann

Wenn dat aule Johr denn teo Enne geuht
un de Dezember wier uppen Kalenner steuht,
denn giw´t de lesten Dage nau seon hauget Fest,
es van ollen Festen dat Ollerbest.

Wenn do biuten ollet unner deupen Schneu
un auk Frost un Külle deot den Minsken weuh,
wenn de Oma Märchen vertellt iut auler Tuit,
denn diuert´t nich mahr lange, denn es´t baule seowüit.

Wenn in ollen Hiusern et seo no Keoken rücket
und de Adventskrans wier iuse Heime schmücket,
wenn seu inner Scheole Wüihnachtleuer lehrt,
denn weut auk eun jeuder, et fenget an un werd.

Wenn de Pape met´er Mammen tuschelt
un iuse Oma in ührer aulen Trecken nuschelt,
wenn´t denn anfengt met den vellen Laupen,
hen no´er Stadt, ümmet „Christkindlein“ inteokaupen.

Wenn Knecht Ruprecht seggt: „Ech kume van do biuten,
met müinen vullen Huckepack un müiner Berkenriuten“,
denn hett et in den Leue: „Eunmol wer wüi nau wach,
heißa, denn es Wüihnachtsdag!“

Wenn dat aule Johr teo Enne geuht,
un de Dannenbaum up iusen Diske steuht,
denket wüi seo gerne an die Vergangenheut,
an wunnerscheune, frauhe Kinnertuit.

Wenn de Klocken klinget öber Land und Meer
un de Kunne bringet, dat niu Wüihnachten wör,
wenn denn Frie und Froide innen Lanne sind,
Denn soll´n auk wüi us frojjen,
mol juste wier, seo os eun Kind.

Platt             Hochdeutsch
hoget           hohes
Leuer           Lieder
Trecke          Schublade
Berkenriute  Birkenrute
Kunne          Kunde
Frie              Friede
wier             wieder