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De Austerhase

De Austerhase von Karl Brüggemann

De grauten Jungens wörn an'n Kürn,
os wüi mol olle wier teosammen
un seo no'er Dornenkiuhlen schlürn:
„De Austerhase, dat wör iuse Mammenl“
Austermorn was et niu worn.
Wüi leugen olle nau in'n Bedden.
In'n Hiuse was nau nicks teo horn,
wüi beude hadden 'n schlecht Gewetten.
Iuse Mamme hadde oll faken seggt:
„Niu es et denn dat Leßte.
Sin jüi nich org, de Hase leggt
krumme Euer juw in't Neste!“
Wüi beuden keumen denn öbereun,
müin Breoer füiwe un eck siem,
för düttmol woll'n wüi'n Hasen seuhn.
Et moßte doch seon Hasen giwen.
Oll lange leugen wüi wach in'n Bedde.
De Tüit wort us seo unwüis lange:
„Of de us wal vergetten hedde?“
Seo froge müi müin Broerken bange.
Up eunmol horn wüi de Hiusdür gohn,
niu öbber schwanke an de Riuten.
Ganß sachte sin wüi upstohn
un kecken nüigschierg denn no biuten.
De Nesen an de Schüiben drücket,
öbber wat do up de Bleuken kamm
un seck van Nest teo Neste bücket,
keun Austerhase, et was iuse Mammen.
Soll denn doch de Mamme Hase süin?
De grauten Jungens hadden et jo seggt.
Müin Breoer kneip müi in dat Beun:
„Küik mol, wat düsse Hase leggtl“
Iut was de scheune Kinnerdraum,
et was us beuden gar nicht recht.
Was Christkindken un Wüihnachtsbaum
an n Enne auk denn wal nıcht echt?
Wüi sind denn wier in't Bedde gohn
Et diuer nau seon paar Miniuten,
do reup de Mamme: „No, niu upgestohn,
de Austerhase was do biutenl“
Niu in de Bücksen, un de Holsken an
denn hät wüi beuden Euer socht.
Jo, un denn see müine leuwe Mammen:
„Niu wüist mol, wat hät de Hase brocht!“
Dat es nıu oll lange, lange her,
Eck woll för olles inner Welt,
datt et nau eunmol seo os domols wör,
un de Mamme naumol Austerhase spellt.

 

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