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Das Büblein auf dem Eis von Friedrich Wilhelm Güll

 
 
 
Oll fror’n hät’t vandage, Gefroren hat es heuer,
öberhiupt keus fastet Uis noch gar kein festes Eis.
de Bengel stoht an ’n Deike Das Büblein steht am Weiher
un kürt to sick ganz luis: und spricht zu sich ganz leis:
„Eck will dat oll mol wagen, “Ich will es einmal wagen,
dat Uis, dat mott woll dragen. das Eis, es muss doch tragen.
Wer weut!“ Wer weiß!“
De Bengel stompt un hacket Das Büblein stapft und hacket
met süinen Steuwelken. mit seinem Stiefelein.
Dat Uis up enmol knacket, Das Eis auf einmal knacket,
un kracks! Do breekt heu in. und krach! schon bricht’s hinein.
De Bengel platscht un krabbelt, Das Büblein planscht und krabbelt,
just os ein Kriew un spaddelt als wie ein Krebs und zappelt
met Arm un Beun. mit Arm und Bein.
„Oh helpt, eck mott versacken “O helft, ich muss versinken
in oll den Uis und Schnei! in lauter Eis und Schnee!
Oh helpt, eck mott versiupen O helft, ich muss ertrinken
in ’n deupen, deupen Sei“! im tiefen, tiefen See!”
Wör nich ’n Kerl ankumen, Wär’ nicht ein Mann gekommen ,
de sick ’n Herte nomen, der sich ein Herz genommen,
au wie! o weh!
De fatt ’n büin Proll an ’n Toppe Der packt es bei dem Schopfe
un tuit ’n do hariut, und zieht es dann heraus,
van ’n Foide bät no’n Koppe vom Fuße bis zum Kopfe
just os ’n Watermius. wie eine Wassermaus.
De Bengel, de hätt droppet, Das Büblein hat getropfet,
de Vadder, de hätt schännert der Vater hat ’s geklopfet
et iut. es aus.
teo huisk. zu Haus.