Logo Kinder-Lippe

De Ticheljunge

Druckversion

De Ticheljunge

von Friedrich Wienke (1863 – 1930)

Man sall wal keunen Minsken schiuen,
Man sall öwwer auk nich jeuden triuen.
Eun Ticheljunge up de Bahn,
Deu sach de Welt teo ihrlich an.
Heu dreug dat Geld teo oppenbor
In süiner Tasken. Suie dor,
Eun Frömder ride enne an:
„Wohen, diu junger Wandersmann?
Diu bist gewiß all wüiter komen
Un hest de Koten wüithen nomen?“
De Junge see ganz drue un kault:
„Eck will na´n Teutoburger Wauld!
Do liuert müine Öllern oll
Up düsse Tasken voll!“
Un snitt recht upgeklörte Masken;
Un osse de Frömde dat vernam,
Heu foider in de Ride kam:
„Denn könn wüi jo teohaupe fohren,
Eck sin do achter auk geboren.“
Niu word öwwer auk teohaupe drunken,
Seu wörn in Freude seo versunken
Büi Singen, Lachen un Vertellen,
Os wenn se de Fründschaft sümst vürstellen.
Doch up de nächste Haltstatiaun,
Wat gaf de leuwe Gott teo deon?:
De Frömde was met eunenmol
Verschwunnen, dat man meunen soll,
Heu wöre iut den Wagen stört
Un het de Freude seo verkört.
De Junge dachte an süin Geld,
Wat heu verdeunt in frömder Welt;
Heu fate sick in süine Tasken:
Weg wast! – Un iut der frauhen Masken
Dor worden ganz bedreuwete Müinen,
Heu fing bitter an teo grüinen:
De Öllern grüinen beude met. -
Man sall wal keunen Minsken schiuen,
Man sall öwwer auk nich jeuden triuen.